Friedrichshall Kompakt · Reel · Veröffentlicht

Hier dürfen sich zwei Schiffe nicht begegnen

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Text des Beitrags

Hier dürfen sich zwei Schiffe nicht begegnen: im Seitenkanal Kochendorf zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall. Warum? Am Wehr in Neckarsulm wird der Neckar gestaut. Schiffe fahren nicht durchs alte Flussbett, sondern durch einen gut vier Kilometer langen Kanal, gebaut in den 1920er-Jahren. An der Schleuse Kochendorf geht es rund acht Meter hinunter, daneben erzeugt ein Wasserkraftwerk Strom. Der Kanal ist laut Wasserstraßen-Neubauamt 36 Meter breit und 3 Meter tief. Beim Begegnen berührten Schiffe wiederholt den Grund, deshalb gilt ein Begegnungsverbot. Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung regelt es für 900 Meter (Neckar-km 105,4 bis 106,3): Wer flussaufwärts fährt, muss den Gegenverkehr per Funk anrufen und notfalls vor der Engstelle warten, bis er durch ist. Was sich ändert: Seit dem Planfeststellungsbeschluss vom 21.12.2021 ist der Umbau genehmigt. Der Kanal soll auf mindestens 4 Meter vertieft und mit einer neuen Spundwand gesichert, die Schleuse verlängert werden. Dazu kommt die erste Fischtreppe an dieser Staustufe: 67 Becken, 560 Meter lang. Bisher kommen wandernde Fische laut Neubauamt nur zufällig mit dem Schleusenbetrieb vorbei. Begonnen hat der Ausbau am unteren Vorhafen: Im März 2026 war er laut Wasserstraßenverwaltung „in der Umsetzung“. Einen Termin für den Rest nennen die Projektseiten nicht. Unsere Anfrage beim Neubauamt läuft. Quellen (abgerufen 20./21.10.2026): Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung § 10.06 (gesetze-im-internet.de); Wasserstraßen-Neubauamt Heidelberg, Projektseiten „Seitenkanal Kochendorf“ und „Fischaufstiegsanlage Kochendorf“; Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Bekanntmachungen 2026 zur 3./4. Planänderung. Luftbilder: LGL-BW (2026), Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0, www.lgl-bw.de. Fotos (Wikimedia Commons): Sarang 2021 (gemeinfrei); qwesy 2014 (CC BY 3.0); Kanalbaustelle Neckarsulm 1924: Bundesanstalt für Wasserbau, Historisches Bildarchiv (CC BY 4.0). Schiffe, Querschnitt, Fischtreppe: eigene Grafik (Schema). Musik: „Easy Lemon“ von Kevin MacLeod (incompetech.com), CC BY 4.0. Stimme: KI-generiert (Gemini TTS). #BadFriedrichshall #Neckarsulm #Neckar #Binnenschifffahrt

Gesprochener Text

Hier dürfen sich zwei Schiffe nicht begegnen. Warum? Das ist der Seitenkanal Kochendorf, zwischen Neckarsulm und Bad Friedrichshall: gut vier Kilometer lang, gebaut in den Zwanzigerjahren. Daneben fließt der alte Neckar. Ein Wehr in Neckarsulm staut den Fluss, die Schiffe nehmen den Kanal. An der Schleuse Kochendorf geht es rund acht Meter hinunter – nebenan macht das Gefälle Strom. Nur: Der Kanal ist schmal und drei Meter tief. Wenn sich Schiffe begegneten, berührten sie immer wieder den Grund. Deshalb gilt auf neunhundert Metern: Wer flussaufwärts fährt, muss den Gegenverkehr anfunken – und notfalls warten, bis er durch ist. Seit zweitausendeinundzwanzig ist der Umbau genehmigt: Der Kanal soll tiefer werden, die Schleuse länger. Und Fische bekommen erstmals einen eigenen Weg vorbei: eine Treppe aus siebenundsechzig Becken, fünfhundertsechzig Meter lang. Einen Termin nennen die Projektseiten nicht. Bis auf Weiteres gilt also: Einer wartet.

Hintergrund: Staustufe und Schleuse Kochendorf: Seitenkanal, Begegnungsverbot, Umbau

Wie funktioniert die Staustufe Kochendorf (Seitenkanal, Schleuse, Kraftwerk, Wehr in Neckarsulm), seit wann – und was wird dort gerade gebaut?

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Quellen

Bild- und Tonnachweise

Für diesen Beitrag sind die Bild- und Tonnachweise nur im Text des Beitrags erfasst (siehe oben).

Verweise