Am Ostrand von Kochendorf steht ein Schachtgerüst.
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Text des Beitrags
Am Ostrand von Kochendorf steht ein Schachtgerüst. Hier sollte die Stromtrasse SuedLink rund 200 Meter tief ins Salzbergwerk. Jetzt wird umgeplant. TransnetBW schrieb uns am 7. Oktober: Bei den Arbeiten zur Anbindung des Schachts hätten „neue geologische Erkenntnisse eine Anpassung der bisherigen Planung erforderlich gemacht. Deshalb wurden die Arbeiten am Schacht Kochendorf eingestellt.“ Laut TransnetBW-Text auf der Stadt-Website vom 29. September besteht das „theoretische Restrisiko“ einer wasserführenden Störungszone auf der Strecke zum Schacht, nicht am Schacht selbst. Der neue Plan: Bohrungen auf dem Gelände der Südwestdeutschen Salzwerke, rund 3 Kilometer Erdkabel im Kocherumfeld und etwa 700 Meter Verbindungsstrecke unter Tage zum Bergwerk. Wo das Erdkabel verlaufen soll, ist nicht veröffentlicht. Weitere Details nannte TransnetBW mit Verweis auf laufende Prüfungen nicht. Und das Bergwerk? Die Verbindung von der Grube zum Schacht wurde nicht hergestellt. Laut Regierungspräsidium Freiburg (Bergbehörde) kann der Baustopp deshalb „keinerlei Auswirkungen auf das Bergwerk oder die Deponie haben“. Unterlagen zur neuen Planung lagen ihr am 5. Oktober noch nicht vor. Genehmigen muss die Bundesnetzagentur, mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Am 2. Oktober lag ihr laut Pressestelle noch kein Änderungsantrag vor. Für Anfang November ist ein Infoabend angekündigt. Nicht die erste Umplanung: Schon 2022 wurde die Anbindung in Kochendorf geändert, weil das Salzlager nach Nordosten nicht weit genug reichte. Am anderen Ende in Großgartach stieß der Vortrieb auf eine Störung, eine Bohrung dahinter auf eine wasserführende; dort wird umfahren. Die Salzwerke ließen unsere Anfrage vom 1. Oktober unbeantwortet. Quellen: Antworten an uns von TransnetBW (7.10.), RP Freiburg (5.10.), Bundesnetzagentur (2.10.); Stadt-Website 29.9.: https://www.friedrichshall.de/index.php?id=375&publish%5Bid%5D=1653655; Bundesnetzagentur: Planfeststellung 2023, Änderungen 2022/2026. Videos: eigene Aufnahmen, 5.10.2026. Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL). Musik: „Vibing Over Venus“, Kevin MacLeod, CC BY 4.0. KI-Stimme: Gemini TTS (Charon). #BadFriedrichshall #Kochendorf #SuedLink
Gesprochener Text
Hier sollte die Stromtrasse Südlink zweihundert Meter tief ins Salzbergwerk. Doch die Arbeiten am Schacht sind eingestellt. Messungen fanden eine Störung im Gestein, die Wasser führen könnte. Laut Bergbehörde hat der Baustopp keine Folgen für Bergwerk und Deponie. Neu geplant sind Bohrungen auf dem Gelände der Salzwerke, und rund drei Kilometer Erdkabel im Kocherumfeld. Wo genau, ist noch offen. Infoabend: Anfang November.
Hintergrund: SuedLink in Bad Friedrichshall: Baustopp am Schacht Kochendorf und Umplanung
Warum wird SuedLink in Bad Friedrichshall umgeplant, was bedeutet die neue Strecke durch Kocheraue und Kochendorf für den Ort, und welche Rolle spielt die mit Abfällen verfüllte Grube Kochendorf?
Stand des Themas:
Belege
- Der Schacht Kochendorf liegt 685 m nach Abschnittsbeginn, „südlich des Ostendes des Sondergebietes mit Gartenhäusern östlich der Siedlung Kochendorf“. Das Kabel sollte durch den Schacht auf das Niveau der Bergwerksstrecken rund 200 m unter Gelände geführt werden und rund 16,2 km unter Tage verlaufen. Originalquelle · SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle)Beleg: Planfeststellungsbeschluss Vorhaben 3 BBPlG, Abschnitt E3 „Bad Friedrichshall – NVP Großgartach“ (km 0+000–17+609), Bundesnetzagentur (BNetzA), , PDF S. 46:
auf das Niveau der Bergwerksstrecken etwa 200 m unter der Geländeoberkante
(abgerufen ) - TransnetBW (Pressesprecherin) antwortete am 07.10.2026: Bei den untertägigen Arbeiten zur Anbindung des Schachtstandorts hätten neue geologische Erkenntnisse eine Anpassung der Planung erforderlich gemacht; die Arbeiten am Schacht Kochendorf seien eingestellt. Gemeinsam mit der SWS AG werde eine Alternative ausgearbeitet: Vertikalbohrungen auf dem SWS-Gelände, eine übertägige Erdkabelanbindung im Kocherumfeld und eine untertägige Verbindungsstrecke zum Bergwerksystem. Genehmigungsbehörde sei die BNetzA „einschließlich der gesetzlich vorgesehenen Öffentlichkeitsbeteiligung“; TransnetBW erarbeite die Unterlagen und sei mit potenziell betroffenen Eigentümern und Nutzungsberechtigten im Austausch. Eine öffentliche Informationsveranstaltung sei „für Anfang November“ vorgesehen. Den laufenden Prüfungen könne man nicht vorgreifen. Auskunft an die Redaktion · SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle), SWS-Gelände Kochendorf mit Schacht König Wilhelm II., Kocheraue (mit „Untere Au“ und LSG Kocheraue-Salinekanal)Beleg liegt der Redaktion vor, ist aber nicht öffentlich.
- Laut TransnetBW-Text auf der Stadt-Website (29.09.2026) ersetzen Vertikalbohrungen auf dem SWS-Gelände den Schacht Kochendorf. Nötig sei eine „längere übertägige Trassenführung als Erdkabel“, die „kleinräumigste Anbindung“ habe „ca. 3 Kilometer Länge im Kocherumfeld“; rund 700 m seien untertägig aufzufahren. Grund: das „theoretische Restrisiko einer untertägigen wasserführenden Störungszone im Bereich der Streckenauffahrung zum Schacht (nicht am Schacht selbst)“, entdeckt bei „baubegleitenden seismischen Erkundungen“; 2019/2020 war der Störungsbereich mit horizontalen Erkundungsbohrungen als trocken/unkritisch eingestuft worden. Man habe entschieden, sich der Störungszone „nicht anzunähern“. Nächste Schritte: Kontakt zu Eigentümern, Kartierungen, Baugrunduntersuchungen voraussichtlich im Spätherbst, Infoveranstaltung Anfang November; Genehmigungsbehörde ist die BNetzA „inklusive formeller Öffentlichkeitsbeteiligung“. Leingarten ist nicht betroffen. Originalquelle · SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle), SWS-Gelände Kochendorf mit Schacht König Wilhelm II., Kocheraue (mit „Untere Au“ und LSG Kocheraue-Salinekanal)Beleg: Stadt Bad Friedrichshall, Aktuelle Nachrichten: „Anpassung der SuedLink-Planung – TransnetBW informiert“, Stadt Bad Friedrichshall, , Haupttext:
theoretische Restrisiko einer untertägigen wasserführenden Störungszone im Bereich der Streckenauffahrung zum Schacht (nicht am Schacht selbst)
- Das RP Freiburg (Pressestelle für LGRB/Landesbergdirektion) antwortete am 05.10.2026: (a) Änderungen am Vorhaben fallen in die Zuständigkeit von BNetzA und TransnetBW; die Landesbergdirektion werde im anstehenden Planänderungsverfahren wieder als Trägerin öffentlicher Belange beteiligt, Unterlagen lägen noch nicht vor. (b) SuedLink sei kein bergrechtliches Vorhaben, sondern eines nach NABEG; zuständig sei die BNetzA. (c) Vorhabenträger und SWS hätten die planfestgestellte untertägige Verbindung aus dem Salzgebirge zum Schacht nicht hergestellt; damit bestehe keine Verbindung zwischen Grubengebäude und Schacht, und der Baustopp könne keinerlei Auswirkungen auf Bergwerk oder Deponie haben. Auskunft an die Redaktion · Salzbergwerk/Grube Kochendorf (Untertage-Verfüllung), SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle)Beleg liegt der Redaktion vor, ist aber nicht öffentlich.
- Die Bundesnetzagentur (Pressestelle) teilte am 02.10.2026 mit, ihr liege noch kein Änderungsantrag des Vorhabenträgers vor; zum aktuellen Stand und zu möglichen Folgen äußere sie sich deshalb nicht. Verfahrensart damit offen. Auskunft an die RedaktionBeleg liegt der Redaktion vor, ist aber nicht öffentlich.
- Erste Umplanung schon 2021/22: Horizontale Erkundungsbohrungen zeigten eine „fehlende Salzlagererstreckung in Richtung Nordosten“; der Schacht Kochendorf musste deshalb von Norden an die Grube angebunden werden. Richtstrecke 1 war zu eng, die Trasse lief über Richtstrecke 3; der Korridor wurde um bis zu 172 m verschoben. Die BNetzA entschied am 31.03.2022 nach § 11 NABEG (vereinfachtes Verfahren, ohne SUP). Originalquelle · SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle), Salzbergwerk/Grube Kochendorf (Untertage-Verfüllung)Beleg: Antrag auf Änderung der Bundesfachplanung (§ 11 NABEG) Bad Friedrichshall/Kochendorf/Untereisesheim, TransnetBW GmbH, , S. 6–8:
fehlende Salzlagererstreckung in Richtung Nordosten
(abgerufen )Beleg: 1. Änderung der Bundesfachplanung Abschnitt E (§ 11 NABEG), Bad Friedrichshall/Kochendorf/Untereisesheim, Bundesnetzagentur (BNetzA), , S. 1, 4–5 (abgerufen ) - Präzedenzfall am anderen Ende (Großgartach/Leingarten): Beim Vortrieb der Verbindungsstrecke zum Schacht Großgartach traf man nach rund 580 m „unerwartet eine Störungszone“, der Vortrieb wurde bei 615 m eingestellt; eine Erkundungsbohrung traf nach rund 90 m eine „wasserführende geologische Störungszone“. Es folgten Baustillstand, seismische Erkundung von der Oberfläche (Kampagnen 2025 und 2026) und eine „Westumfahrung“. Antrag 12.06.2026 (eingegangen 02.07.), BNetzA-Entscheidung 28.08.2026 (Gz. 6.07.00.02/3-2-5-ÄBFP III#1): Korridor auf rund 2.400 m um bis zu 1.200 m nach Westen verschoben; östlich lägen „mehrere geologische Störungen“ und ein unzureichend kartiertes Solegewinnungsgebiet. Originalquelle · Großgartach, LeingartenBeleg: Antrag auf Änderung der Bundesfachplanung (§ 11 NABEG) Leingarten/Großgartach („Westumfahrung“), TransnetBW GmbH, , S. 6–8:
wasserführende geologische Störungszone
(abgerufen )Beleg: 2. Änderung der Bundesfachplanung Abschnitt E (§ 11 NABEG), Leingarten, Bundesnetzagentur (BNetzA), , S. 1, 3, Begründung (pdftotext Z. 435–446, 738–750):mehrere geologische Störungen
(abgerufen ) - Die Bautafel am Schacht (05.10.2026) nennt: „Errichtung der Schachtbauwerke in Bad Friedrichshall und Leingarten“, Bauzeit 2024–2028, Bauherr TransnetBW, Eigentümer SWS AG, ARGE Schächte (Redpath Deilmann/Thyssen Schachtbau), „Rund 220 Meter Tiefe“, „Fünf Meter lichter Innendurchmesser“. Damit ist der Ort der Aufnahmen 8043/8048/8057 als SuedLink-Schacht bestätigt. eigene Beobachtung · SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle)Beleg liegt der Redaktion vor, ist aber nicht öffentlich.
- Die Südwestdeutschen Salzwerke haben die Anfrage vom 01.10.2026 nicht beantwortet (Stand der Fallakte 09.10.2026; tägliche Postfach-Checks bis 25.10. ohne SWS-Eingang vermerkt). eigene Beobachtung · SWS-Gelände Kochendorf mit Schacht König Wilhelm II.Beleg liegt der Redaktion vor, ist aber nicht öffentlich.
Quellen
- Planfeststellungsbeschluss Vorhaben 3 BBPlG, Abschnitt E3 „Bad Friedrichshall – NVP Großgartach“ (km 0+000–17+609), Bundesnetzagentur (BNetzA), (abgerufen )
- Stadt Bad Friedrichshall, Aktuelle Nachrichten: „Anpassung der SuedLink-Planung – TransnetBW informiert“, Stadt Bad Friedrichshall,
- Antrag auf Änderung der Bundesfachplanung (§ 11 NABEG) Bad Friedrichshall/Kochendorf/Untereisesheim, TransnetBW GmbH, (abgerufen )
- 1. Änderung der Bundesfachplanung Abschnitt E (§ 11 NABEG), Bad Friedrichshall/Kochendorf/Untereisesheim, Bundesnetzagentur (BNetzA), (abgerufen )
- Antrag auf Änderung der Bundesfachplanung (§ 11 NABEG) Leingarten/Großgartach („Westumfahrung“), TransnetBW GmbH, (abgerufen )
- 2. Änderung der Bundesfachplanung Abschnitt E (§ 11 NABEG), Leingarten, Bundesnetzagentur (BNetzA), (abgerufen )
Bild- und Tonnachweise
Für diesen Beitrag sind die Bild- und Tonnachweise nur im Text des Beitrags erfasst (siehe oben).
Verweise
- Thema: SuedLink in Bad Friedrichshall: Baustopp am Schacht Kochendorf und Umplanung
- Orte: Bad Friedrichshall, Kochendorf, SuedLink-Schacht Kochendorf (Baustelle), Salzbergwerk/Grube Kochendorf (Untertage-Verfüllung), SWS-Gelände Kochendorf mit Schacht König Wilhelm II., Kocheraue (mit „Untere Au“ und LSG Kocheraue-Salinekanal), Merzenbach, Bachstraße (Kochendorf), Seehäusle (Gemarkung/Gewann), Großgartach, Leingarten, Duttenberg, Neckarsulm
- Akteure: TransnetBW GmbH, Bundesnetzagentur (BNetzA), Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) / Landesbergdirektion, Südwestdeutsche Salzwerke AG (SWS), Stadt Bad Friedrichshall, Gemeinderat Bad Friedrichshall (mit Bau- und Umweltausschuss), Landtag von Baden-Württemberg, Landesregierung Baden-Württemberg (Umweltministerium, früher Wirtschaftsministerium), Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), ARGE Schächte SuedLink (Redpath Deilmann / Thyssen Schachtbau), taz (die tageszeitung), Stadt Neckarsulm
- Kanal: Friedrichshall Kompakt